Hunderennen, unser chaotischer Einstieg

Wir hatten 2004 ein oder zweimal die rennbahn in untersiebenbrunn besucht. Enya lief nach drei Versuchen ihre erste Runde. Dann sollten wir für einen Lizenzlauf zur Verfügung stehen, leider kam aber eine Infektion dazwischen. Antibiotika. Rennverbot. Dann kam ein langer, heisser Sommer und im Herbst hatten wir die Rennbahn vergessen. Erst im Jänner 2005 fuhren wir – eher zufällig – mit unserer Tierärztin wieder nach Untersiebenbrunn auf die Rennbahn.

Und da passierte es …

Irish Wolfhound auf der Rennbahn, Hunderennen kann so viel Spass machen!

Enya kurz nach dem Start in Untersiebenbrunn. © Franz Schenkermayr

Enya läuft. Vorigen Samstag sind wir in Begleitung unserer Tierärztin (in Funktion als Freundin, nicht als medizinische Betreuung!) nach Untersiebenbrunn gefahren. Wann war Enya doch gleich das letzemal auf der Rennbahn? Jedenfalls hat sie sich sehr gefreut, hier zu sein. Da ein schöner Tag war und das letzte Ferienwochenende noch dazu, waren wirklich viele Hunde da! Mit Enya waren es 6 Irische Wolfshunde! Dazu noch Barsoi, Grey, Windspiel und andere Windhunde. Alles war sehr entspannt, man plauderte in der Sonne stehend mit Bekannten und Freunden.

… und es hat klick gemacht …

Plötzlich zog Enya wie eine Wahnsinnige in Richtung Rennbahn und es gelang mir, sie gerade noch zu halten. Was war geschehen? Der Hasenzug war angegangen und sie hörte das Geräusch! Der Tag konnte lustig werden … und er wurde! Kurze Zeit später nahm Harry mir den Hund ab. Ich fragte beim Hasenzieher an, wie das Prozedere sei und ob Zeitnehmung möglich sei. Derweilen begannen sich die Routiniers am Start mit ihren Hunden anzustellen. Der erste Hund wurde wohl in die Startbox gestellt und der Hasenzug begann wieder anzufahren. Plötzlich hörte ich ein metallisches Klick. Ein mir sehr gut bekannter Hund lief an mir vorbei. Keine Leine, kein Mann hinten dran. Wendig ging es um die Ecke, durch den Abgang und dem Hasen hinter her. Ehe ich recht begriff, was los war, war Enya längst auf der Bahn und zog ihre Runde. Der arme Hund in der Box musste warten, eine Frau am Hasentod sah mich sehr unfreundlich an und ich sah zu, dass ich noch vor Enya zum hasentod kam. Ein glücklich grinsender Hund kam angehetzt und als der Hase im Hasentod gestoppt wurde, biss sie voller Freude in ihn hinein.
Ich war angemessen PAFF! Mein Hund hatte noch nie in den Hasen gebissen. Mein Hund hatte sich noch nie so wild gebärdet. Mein Hund war verdammt hasenscharf und ich führte ihn – am Halsband – ab. Unsere Tierärztin grinste mich breit an und meinte nur: „Ich finde das sehr lustig!“ Zu einem tieferen Gespräch kam es nicht, denn der Hasenzug ging los, der wartende Hund wurde endlich aus seiner Box befreit und durfte seine Runde laufen und ich sah zu, dass ich mit Enya mal vom Platz kam, um die hetzlustige Töle zu beruhigen …

Der zweite Start erfolgt regelkonform

Nach etwa 20 Minuten hatte ich mich soweit gefasst, dass ich es wagte, mit Enya zur Bahn zurück zu gehen. Ich konnte sie mit Müh und Not festhalten. Langsam gewöhnte sie sich daran, dass nicht JEDER Hase ihr gehört. Wir beschlossen, einen zweiten, geordnet gestarteten Lauf zu wagen. Harry stellte sich an. Ich hielt Abstand. Erst, als wir an der Reihe waren, wagte ich mich mit einer wild ziehenden Enya zum Startplatz. Am Weg dort hin bat ich unsere Tierärztin, mich zu unterstützen. Das tat sie dann in der Form, dass sie mir die Leine in die Hand drückte und – einem Rodeoreiter nicht unähnlich – Enya zum Start bugsierte. In dem Moment war ich wirklich froh für ihre Unterstützung. Ich hätte wohl den zweiten Kasperl des Tages geliefert. So kam Enya also auch noch zu einem regulär gestarteten Lauf und eine Freundin stoppte von Hand 36,5 sec für ca. 360m. Abermals verbiss Enya sich im hasen, als er endlich im Hasentod angekommen war. Diesmal war auch ich restlos glücklich. Ich lobte Enya und führte sie – diesmal mit Leine – ab zum Abgehen. Auf der Rückfahrt hechelte sie bis Wien, so aufregend war der Nachmittag für sie. Ich habe inzwischen beschlossen, wir werden öfter auf die Rennbahn gehen. Erfahrene Windhundrennen-Menschen haben mir an dem Tag gesagt, es sei toll zu sehen, wieviel spass dieser Hund am laufen hätte. Also, wenn wir das in geregelte Bahnen bringen, haben wir alle in den nächsten zwei bis drei Jahren viel Spass miteinander. Die Tierärztin wird mich dabei unterstützen, denn ich hab von Hunderennen noch weniger Ahnung, als Enya. 
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