Der lange Weg zum Coursing.

Élaine zeigte schon als Welpe grosses Interesse am „Hasi“, wir trainierten sachte und mit viel Spass. Dann kam 2013 unvermutet der gesundheitliche Einbruch bei Lilly und sämtliche Planungen wurden über den Haufen geworfen. Auch die Zeitpläne gerieten durcheinander. Als wir Lilly gehen liessen, war Élaine verändert. Sehr ruhig, sehr anhänglich. Ich schob es auf die Trauerphase. Ausserdem hatte sie einen ganz anderen Charakter als Lilly. Ich pflege einen stressfreien und freudigen Umgang mit unseren Hunden. Élaine läuft nur kurze Strecken, auch gut. Élaine ist ein sehr ruhiger und gelassener Hund, soll sein. Ist vielleicht sogar sehr entspannend nach einem Energiebündel Lilly. Élaine schien glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Ich war es auch.

2015 begann ich meine Ausbildung zur Tiermasseurin und Bewegungstrainerin. Unsere Hunde waren nicht nur im Kurs sondern auch daheim willkommene Trainingstiere. Dabei kristallisierte sich heraus, dass Élaine bei Dehnungsübungen der rechten Hinterhand einen eingeschränkten Bewegungsradius hatte. Im Schritt und Trab war nichts Auffälliges zu sehen. Doch jetzt, aufmerksam geworden, stellte ich fest, dass der eingeschränkte Bewegungsradius im Galopp sehr wohl sichtbar wurde und sie im Freilauf immer nur in eine Richtung Wendungen galoppierte. Das war mir bis jetzt nie aufgefallen. Wollte sie auf die andere Seite abbiegen, verringerte sie das Tempo, blieb manchmal auch stehen, wendete und galoppierte wieder an.

Bingo!

An der Muskulatur konnte ich da nicht viel tun, das betraf die Wirbelsäule. Hier kam ich mit Massagen nicht weiter. Aber eine Freundin von mir hatte kurz vor mir ebenfalls eine Ausbildung für die Arbeit an Hund und Pferd begonnen. Sie erlernte die Dorn-Methode. Dank weiter fortschreitender Ausbildung, Stichwort Stresspunkte, hatte ich schon einen Verdacht (Lendenwirbelsäule), doch ich liess Pavlína einfach mal arbeiten. Den blockierten Lendenwirbel bestätigte sie, doch auch insgesamt vier Halswirbel waren rotiert und das rechte Kniegelenk hatte eine Schonhaltung manifestiert. Insgesamt waren zwei Sitzungen notwendig, doch bereits wenige Tage nach der ersten Sitzung war Élaine wie ausgewechselt!

Bei den Spaziergängen galoppierte sie nun einfach so und für sich herum. Sie fing an, in den Auwald zu laufen und über Stock und Stein zu springen. Sprünge hatte sie nie so richtig gemocht. Aber plötzlich hatte mein „so ruhiger Hund“ richtig Spass am „herumfetzen“ und hüpfen! Das erstemal seit Mai wagte ich es Mitte Oktober im Rahmen des Kennel Meetings von Romana, Élaine zu einem kleinen Trainingslauf zu starten. Sie lief. Mit grosser Begeisterung und Wendigkeit. Und ich hatte Freudentränen in den Augen.

Zwei Irish Wolfhounds beim Coursing

Catta & Élaine beim Coursingtraining in Henndorf – Wir haben Spass!

Nach dieser glücklichen Wendung nahmen wir unser Coursingtraining beim LCCA wieder auf. Élaine läuft auch hier mit grosser Freude und beendet jeden Parcours. Inzwischen ist sie auch schon Zweierläufe gelaufen. Wir sammeln brav Eintragungen in unserem Trainingsheft. In Tschechien wäre sie mit ihren bisherigen Läufen schon lizensiert, in Österreich braucht es insgesamt 10 Läufe um die Lizenz zu bekommen. Soll sein. Wir haben unseren Spass auch bei den Trainings. Unser grösster Erfolg ist ohnehin, dass wir die Blockaden lösen konnten, die Élaine bis in den Herbst 2015 im Galopp eingeschränkt haben.

Nebenbei bemerkt ist sie immer noch mein bisher ruhigster und gelassenster Irish Wolfhound und die Leine habe ich bei den Spaziergängen immer noch als meinen Halsschmuck mit. Doch zwischendurch erfreut sie mich jetzt immer wieder mit einer Sprinteinlage aus purer Freude an der Bewegung.

Danke!

Danke an meine Trainerinnen im ITM, die mich auf die Spur brachten. Danke an Pavlína für ihre Arbeit mit Élaine. Danke an den LCCA für Unterstützung und beste Trainingsbedingungen.

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