Katatjuta’s Viola d’Amore

* 30. 10. 2005 – 25. 4. 2012

Katatjuta’s Viola d’Amore, 4 Jahre alt

Viola war von Anfang an der Hund von Harald. Er hatte sich diese Rasse und diesen Hund in den Kopf gesetzt. Ich erlebte zu jener Zeit Greyhounds allgemein und Viola im besonderen als „zu schnell für ihren Körper“. In meinem Bildarchiv gibt es mehr Verletzungsfotos von diesem Hund als unbeschwerte Bilder. Ich fürchte, dieser Hund war auch an Lebenszeit gemessen länger verletzt oder „in Reha“ als unverletzt.

Ich lernte die Luft anzuhalten, wenn der Hund abgeleint wurde und zu hoffen, dass er heil wieder angeleint werden konnte. Ein Schrei dieses Hundes konnte einem durch Mark und Bein gehen. Ich werde nicht vergessen, als bei einem Spaziergang Viola hinter mir schrie. Als ich mich umdrehte, lag sie am Boden und ich hatte keine Idee, was passiert sein konnte. Enya kam angelaufen, schnupperte kurz an Viola, drehte sich um und trottete weg. Ich war irritiert, doch Viola hörte auf zu schreien, stand auf und lief weiter. Aber sehr bald lernte ich, dass es noch schlimmer ist, wenn der Hund nicht schreit.

Katatjuta’s Viola d’Amore die Unnahbare

Mit 6,5 Jahren war es dann die Verletzung zu viel. Bei einem Spaziergang stellte sie einem Hasen nach und kam „auf drei Beinen“ zurück. Das ganze nur wenige Wochen nachdem eine Rennbahnverletzung am anderen Hinterlauf soweit verheilt war, dass sie sich wieder halbwegs bewegen konnte. Von mehreren konsultierten Tierärzten wollte keiner garantieren, dass das zuvor verletzte Bein mit versteiftem Gelenk die Strapazen eines eingegipsten, mit externem Fixateur versehenen aktuell verletzten Beins aushalten würde. Ein (Wind-)Hund auf drei Beinen ist für mich so wenig vorstellbar wie für Harald, eine Amputation wurde nicht in Erwägung gezogen und Viola nach einigen Tagen im Kreis Denken euthanasiert.

Ich gestehe, dass ich zu diesem Hund kaum einen Zugang fand und die Rasse Greyhound für mich als zu zerbrechlich verankert wurde. Was ich sehen konnte, war das unvorstellbar innige Band zwischen Viola und meinem Mann. Wäre Viola ein Mensch gewesen, ich wäre vermutlich ziemlich eifersüchtig gewesen. Das schreibe ich als ein von Eifersucht freier Mensch. Enya, die ersten fünf Jahre Einzelhund, war zufrieden, eine Hundefreundin zu haben und die beiden waren ein ziemlich ungleiches aber harmonisches Paar. Weniger harmonisch lief es mit Lilly. Die konnte mit Viola’s Wesen nur sehr wenig anfangen und die beiden gerieten schon mal aneinander, wenn Lilly gestresst war.

Nachher weiss man es besser?

Da Viola auf selten auf der Rennbahn lief und wenn doch, dann meistens auf Durchkommen mit nur einem einzigen Sieg, wurde sie sehr häufig ausgestellt. Damit sie Championate erringen konnte, war Harald kein Weg zu weit. Sie wurde in Bosnien ausgestellt und mitten in Rumänien. Da ich damals einen Hund ohne Papiere hatte, durfte ich mit ihr ebenfalls erste Erfahrungen im Ausstellungsring in Österreich sammeln. Sie haben mir geholfen, das Ausstellungswesen als wenig hundegerechten Jahrmarkt der menschlichen Eitelkeiten zu erkennen.

Heute bin ich überzeugt davon, dass wir mit Viola kaum einen Fehler ausgelassen haben. Wir wussten es nicht besser und für mich hätten die unzähligen schmerzlichen Erlebnisse mit diesem Hund ausgereicht, mir den Rest meines Lebens keinen Greyhound mehr ins Haus zu holen. Harald sah das anders und so durfte ich noch weitere Facetten der Rasse Greyhound erleben.

Katatjuta's Viola d'Amore

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