Was frisst denn der? – Die Frage nach dem Hundefutter …

Das ist eine der Standardfragen, die man gestellt bekommt, wenn man mit einem Irish Wolfhound unterwegs ist. Hundefutter ist meine Lieblingsantwort. 😉 Kein Thema wird in Hundekreisen so emotionell diskutiert, wie die Frage nach dem richtigen Futter. Deshalb halte ich mich aus den Futterdiskussionen im allgemeinen raus. Doch hier möchte ich meinen Weg zum passenden Futter schildern.

Die Anfänge

Da ich meine Katzen erfolgreich mit Fertigfutter füttere (Erfolgreich heisst, dass die eine – bis ins hohe Alter gesund – fast 16 Jahre alt wurde und die zweite auch schon 12 ist und immer noch fit und gesund ist. Im Jahr 2000 hab ich von Dosenfutter auf Trockenfutter umgestellt.) hatte und habe ich keine Abneigung gegen Fertigfutter, auch für den Hund. Angefangen haben wir mit grossen “namhaften” Marken, nicht die billigsten, wir wollen ja nur das Beste für den Hund. Als Enya etwa drei Monate alt war, sagte uns eine schweizer Futterhändlerin, wir sollten unbedingt mit Erwachsenenfutter füttern. Sämtliche Welpenfuttersorten hätten viel zu viel Inhaltsstoffe, die für ein zu rasches Wachstum sorgen würden und das sei bei einer so grossen Rasse wie dem Irish Wolfhound fatal! Ob sie uns eine bestimmte Marke empfehlen könne, beantwortete sie mit: “Was dem Hund schmeckt.” Wir wählten eine Marke, die eine Futtersorte für grosswüchsige Hunde hat, wählten aber schon im Welpenalter das Juniorfutter. Als wir dann auf Erwachsenenfutter umstellen wollten, verweigerte Enya eine geschlagene Woche das neue Futter. Kein Zureden und kein Aufbessern half. Sie sortierte die neue Sorte feinsäuberlich aus und hielt sich an das bekannte Futter. Zähneknirschend verschenkten wir einen 15kg-Sack Hundefutter (Enya´s Papa war nicht so wählerisch …) und machten uns auf die Suche nach Futter, welches schmeckte. Ein “fliegender Händler” bei der Hundeschule gab uns eine Reihe von Testpäckchen mit, Enya entschied sich für das “Sensibelchen-Futter” Lamm & Reis. Lange Zeit waren wir alle sehr zufrieden damit.

Akuter Schuppenbefall

Im Winter 05/06 bemerkte ich, dass Enya – erst am hinteren Rücken, dann überall – stark zu schuppen begann. Erst dachte ich noch an zu trockene Luft, doch dann liess mir die Sache keine Ruhe und ich begann, mich nach anderen Futtersorten umzusehen. Ich wusste, etwas, was Enya verweigert, brauche ich ihr gar nicht kaufen, überzeugen funktioniert nicht. Da ich immer wieder lesen konnte, dass Konservierungsmittel häufig allergieauslösend sein können, suchte ich gezielt nach einem Futter ohne Konservierungsmittel und Geschmacksstoffe. Zur Recherche nutzte ich eine Hundeausstellung, denn im Tiersupermarkt sind Sorten ohne Konservierungsmittel nicht gelistet. Die Säcke müssen länger als 3 Monate lagerbar sein …

Bei Grau Hundefutter waren wir uns einig

Beim Grau-Messestand fühlte ich mich wohl und gut beraten. Der Inhalt des testweise gekauften 5kg-Sack Uni-Croque/Universalkrokette wurde von Enya akzeptiert. Der Calcium-Phosphor-Wert entspricht exakt dem, den Fr. Murphy in ihrem Buch empfiehlt. Der Protein-Wert erschien mir etwas zu hoch (24% Rohprotein), ich strecke also in Ruhezeiten mit Pasta oder Flocken.

Etwa ein Jahr nach der Umstellung sind wir mit dem Futter sehr zufrieden! Enya akzeptiert das Futter (das ist das Wichtigste), das Fell ist gut, die Schuppen sind weg und der Kot ist fest und farblich in Ordnung. Diätfehler machen sich umgehend am Häufchen bemerkbar …

Zu den Uni-Croque/Universalkrokette füttere ich regelmässig HokaMix (eine Kräutermischung, speziell für Hunde) und Knoblauchgranulat (gegen Zecken und anderes Ungeziefer). Angerichtet wird das Ganze noch mit Hühnersuppe und – im Sommer – Schafmilchjoghurt, es gibt zwei Portionen am Tag. Etwa einmal pro Woche gibt es die Hühnerkleinteile, die zur Suppe verkocht werden mit Flocken gemischt.Spezialtiernahrung

Futterergänzung

Seit wir auf Grau-Futter umgestellt haben, bekommt Enya Hoka-Mix. Erst Kurmässig, und inzwischen täglich.

Seit Enya etwa 6 Jahre alt ist, bekommt sie zusätzlich ein knappes Messlöffelchen voll Glucosamin einmal täglich beigemengt. Das ist für ihre Gelenke gut und soll verzögern, dass aus leicht arthritischen Gelenken Arthrose-Gelenke werden.

Vitalisis – Glucosamin

Der Welpe im Hund

Eine der wenigen Leckerchen, die Enya akzeptiert, sind die Grau Welpenknochen. Die habe ich bei jedem Spaziergang in der Tasche mit für die kleine Belohnung zwischendurch. Leckereien, die andere Hundemenschen ihr gerne zustecken möchten, verweigert sie meistens.

Was Enya sonst noch frisst

Irish Wolfhound Menschen kennen das wohl – unsere Hunde lieben Obst! Äpfel, Birnen, Bananen, Weintrauben können nicht unbehelligt gegessen werden. Enya nimmt vor einem Platz, sabbert in grosser Vorfreude und wartet, bis man endlich mit ihr teilt. Viola findet das äusserst komisch, was “Tante Enya” so manchesmal frisst …

Eine besondere Vorliebe hat Enya auch noch für Brot. Hart oder weich, mit Butter oder mit Käse oder pur, Weissbrot genauso wie Schwarzbrot. Wenn wir ihr zu lange kein Brot geben, schreckt sie auch nicht davor zurück, Brot zu stehlen …

Knochen & Gelenkskugeln (Rind) stehen von Zeit zu Zeit auf dem Speiseplan, um die Zähne zu putzen.

Futterwechsel – Sommer 2009

In den letzten Monaten war aufgefallen, dass sich die Grösse der Kroketten änderte. Eine telefonische Rückfrage ergab, die Rezeptur sei unverändert. Enya begann, morgens Schleim zu erbrechen und ein Zufüttern von Flocken verbesserte die Verträglichkeit. Das kann aber durchaus eine Alterserscheinung sein, ein Seniorenfutter von grau ist z.B. ein Mix aus Kroketten und Flocken. Bei Lilly war die Kotkonsistenz nie so, wie ich sie von Enya kenne, aber Lilly ist auch ein “wandelnder Müllschlucker”, man weiss nie, was sie noch ausserhalb der geregelten Mahlzeiten “inhaliert”.

Als aber Anfang August 2009 grau quasi von einem Tag auf den anderen in Österreich nicht erhältlich war, waren wir gezwungen, Alternativen zu suchen. Ein Futter ohne Konservierungsstoffe musste es sein, dass war klar. Das zwischendurch als Notration gekaufte “herkömmliche” Trockenfutter wurde zwar gefressen und auch – erstaunlich gut – vertragen, doch die Farben, in denen die Hundehaufen plötzlich schillerten, waren wenig begeisternd.

Zur Zeit füttern wir Markus Mühle und Flocken von Happy Dog. Lilly & Viola bekommen auch Fleischrationen. Das Sortiment von Happy Dog haben wir ebenfalls unter Beobachtung, da es von Markus Mühle nur eine einzige Sorte gibt (von Happy Dog dafür wieder unübersichtlich viele …)und wir auch an Welpen- und Hochleistungsfutter denken.

Lilly verträgt Markus Mühle sehr gut und auch die Kotkonsistenz ist gut, wie noch nie. Enya verträgt das Futter in Kombination mit HD-Flocken ebenfalls sehr gut. Nur Viola testet zur Zeit Happy Dog, da ihr die Kroketten von Markus Mühle zu gross sind.

Hundefutter Update Winter 09/10

Inzwischen hat auch Viola sich daran gewöhnt, ihr Futter zu beissen und es wirkt sich positiv auf ihre Zähne aus. Auch sonst tut ihr Markus Mühle sichtlich gut. Nur bei den Flocken sind wir wieder zu Grau zurückgekehrt, den einzigen Flocken ohne künstlichen Zusatzsstoffen. Die Happy Dog Flocken brachten Lilly dazu, sich zu kratzen und da andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten, mussten es wohl die Flocken gewesen sein. Hat sich auch bestätigt, da das Kratzen wieder aufgehört hat, seit sie wieder Grau-Flocken bekommt.

Teilweiser Wechsel im Sommer 2015

Es gab keinen offensichtlichen Grund im Sommer 2015 ein anderes Futter auszuprobieren. Ich bin nur zufällig über cdVet gestolpert  und hab einfach mal 6kg zum Ausprobieren bestellt. Dazu hab ich auch noch einen fermentierten Saft bestellt, ich hab selbst vor einem halben Jahr eine Darmkur gemacht, wo mir so ein fermentierter Saft sehr, sehr gut getan hat. In der Woche, in der Élaine das neue Futter bekam, hörte sie schlagartig auf, Gras zu fressen. Als ich ihr wieder Markus Mühle fütterte, fing sie sofort wieder mit dem Grasfressen an. Das war für mich das Zeichen, dass es wieder einmal Zeit für einen Futterwechsel ist. Zumindest für Élaine. Für mich überraschend frisst sie die Kroketten von cdVet auch langsamer, obwohl sie ähnlich gross sind, wie die von Markus Mühle. Ich hab schon gegrübelt, wie ich ihr das Schlingen abgewöhnen kann, mit cdVet hat sich das erledigt. Wir werden sehen, wie sich das Futter langfristig auswirkt, es ist auf Schaffleischbasis, Markus Mühle ist auf Hühnerfleischbasis. cdVet verzichtet ausserdem komplett auf künstliche Zusatzstoffe, dafür wird der schon erwähnte fermentierte Saft und ein Mineralpulver als Zusatz empfohlen.

Zurück zu den Wurzeln … April 2016

cdVet und Élaine sind nicht wirklich kompatibel. Im Laufe der Monate kamen immer mehr Zusätze zum Basisfutter dazu, damit es halbwegs passt und in den letzten Wochen hatte ich den Eindruck, dass der Muskelaufbau mit diesem Futter nicht wirklich Fortschritte macht. Die Futtergeschichte der vergangenen 15 Jahre im Schnelldurchlauf führte für mich zu der Erkenntnis, dass der Hund, bei dem ich am wenigsten über die Fütterung nachdachte – Enya – der war, der am gesündesten alt wurde. Entweder, es ist viel unwichtiger, was wir unseren Hunden füttern, als ich dachte, oder das, was ich für gut erachte, ist es nicht.

Aktuell wird die Fütterung meines Irish Wolfhoundes also wieder mal umgekrempelt und entspannt. Gut ist, was der Hund gerne frisst und ihm gut bekommt.

Und nochmal alles über den Haufen geworfen, Juni 2016

Ein Sack Happy Dog NaturCroq XXL, der höheren Proteingehalt aufweist, als cdVet, liess Élaine endlich zunehmen. Gerade hatte sie 58kg erreicht, ich wollte nach der Läufigkeit das Training wieder intensivieren und überlegte schon, so wie früher bei Lilly, regelmässig gekochtes Fleisch zuzufüttern. Optimal erschien mir die Bemuskelung nämlich immer noch nicht. Dann überstürzten sich im Mai die Ereignisse, aus einer – im Nachhinein betrachtet – vermutlich nur Magenverstimmung wurde eine mehrwöchige Odyssee mit suboptimaler Medikation begleitet von massivem Gewichtsverlust trotz inzwischen Hochleistungsfutters (Happy Dog NaturCroq Active).

Als wir uns Ende Mai endlich und inzwischen sehr verzweifelt auf den Weg zum Tierarzt unseres Vertrauens machten (den wir Anfang Mai nicht erreichen konnten), war einer der vielen konstruktiven Vorschläge, die Fütterung komplett auf Rohfütterung umzustellen. Es gäbe Hunde, die mit Fertigfutter nicht ausreichend ernährt werden könnten und Élaine gehöre offensichtlich dazu.

Nach einem Zwischenschritt mit vertrautem gekochten Hühnerfleisch mit Gemüse und Reis wird Élaine nun also roh gefüttert. Sie akzeptiert und verträgt es und – das Wichtigste – sie baut Muskeln auf und zwar richtig gut. Obwohl sie immer noch zu dünn ist, ist sie schon jetzt drahtig-muskulös. Obst und Gemüse hat sie bisher schon sehr gerne geklaut gefressen, davon bekommt sie jetzt einfach mehr. Wir tasten uns an die neue Ernährungsweise heran, Einkaufen sieht nun anders aus aber der Mehraufwand hält sich in Grenzen. Hoffentlich gehören demnächst auch die Rückenbeschwerden der Vergangenheit an, die uns immer wieder einholten.

Wir lernen:

  • Was für einen Hund passt muss für den anderen noch lange nicht richtig sein.
  • Wenn der Muskelaufbau zu wünschen übrig lässt, dann kann das durchaus an falscher Ernährung liegen und muss nicht aus der (genetischen) Linie kommen.
  • Auch bei Hunden kann falsche Ernährung Krankheiten verursachen.

August 2016 – neue Futterroutine

Nach zwei Monaten hat sich die neue Fütterungsart schon gut eingespielt, die Quellen sind gefunden. Die Hauptversorgung Fleisch kommt von einem kleinen Schlachter im Nachbarort. Und nun werden alle Hunde roh gefüttert. Ein paar Sachen fallen ganz stark auf: Élaine trinkt nur mehr etwa ein Fünftel der bisherigen Wassermenge! Und die trinkfaulen Greys sind nun nicht mehr dehydriert. Bei allen Hunden glänzt das Fell deutlich mehr. Die Kotmengen sind deutlich geringer. Zähne und Zahnfleisch sind deutlich sauberer und gesünder.

Inzwischen habe ich über facebook einen deutschen Tierarzt kennengelernt, der die Ernährung des Hundes nicht nur zum Thema seiner Doktorarbeit gemacht hat, sondern seine gesamte Tätigkeit in den Dienst der hundegerechten Ernährung stellt. Ich habe seinen Online-Lehrgang gebucht, arbeite mich Stück für Stück durch die Videos und bin erschüttert. So manchen Zusammenhang hab ich ja vermutet, wurde dafür oft auch belächelt und zweifelte selbst an meinen Vermutungen. Ich kann die Homepage von Dr. med.vet. Franz Spitzer nur empfehlen, den Online-Lehrgang sowieso.

September – Bildvergleich

facebook hat mir ein Foto von Élaine von vor genau einem Jahr ausgespuckt und zufällig haben wir gestern ein paar Bilder gemacht. Der Vergleich ist beeindruckend. Das etwas nicht gut war, spürte ich bereits, sonst hätte ich nicht Futtermarke gewechselt. Doch erst Dank des Tierarztes, den ich vor ein paar Monaten kennenlernte, kam ich auf die Idee, ganz auf Trockenfutter zu verzichten.

Die Urlaubsfrage

Der erste Urlaub seit über 10 Jahren wirft neue Fragen auf. Rohfütterung ist aus logistischen Gründen nicht möglich, Trockenfutter füttere ich seit Easy bei mir ist immer wieder eines zwischendurch, da es aber in so geringer Menge gefüttert wird, nehme ich absichtlich jedesmal eine andere Marke. Frei nach dem Motto, bunt gemischt wird sich keine Einseitigkeit einschleichen. Für den Urlaub entscheide ich mich für einen Sack Meradog, die Marke hab ich noch nie gefüttert.

Hundefutter ist mehr als eine Geschmacksfrage.

Das Urlaubsmenü lässt zu Wünschen übrig …

Easy ist ein Allesfresser, sie würde vermutlich Holzpellets mit der selben Begeisterung runterschlingen. Enya zeigt mir allerdings mehr als deutlich, was sie vom Urlaubsmenü hält. Nach einer Woche steht sie nichteinmal mehr auf und ich darf ihr die Futterschüssel zum Sofa tragen, wo sie gnadenhalber mit spitzen Lippen frisst. Gut, dass sie etwas zu moppelig in den Urlaub fuhr, das bekommen wir jetzt gut weg. Für den nächsten Urlaub grüble ich dann wieder, was passen könnte …

Nebenbei bemerkt ist es beeindruckend, wieviel grösser die Hundehaufen sind, wenn Trockenfutter gefüttert wird. Und einen eigenen Geruch entwickeln die Mädels auch …

 

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