Vorbereitung für den Bahnbesuch
Es handelt sich um ein weit verbreitetes Gerücht, dass man einen Windhund nur zur gegebenen Zeit auf die Bahn stellen muss und dann läuft er schon. Notfalls lässt man halt einen erfahrenen Hund mit laufen und dann lernt er es schon ...
Ziehspiele gehören zu den ersten und beliebtesten Spielen auch für Hunde miteinander. Hier spielt Enya mit Viola. Vorsichtig dosiert Enya ihre Kraft und lässt Viola immer wieder mal gewinnen.Die Vorbereitung.
Wenn mit dem Hund schon bisher "Ziehspiele" gespielt wurden - PERFEKT! Wenn nicht, dann bitte gleich heute damit beginnen: Ein stabiles Spielzeug nehmen (Bei Enya hab ich ein Hosenbein einer alten Jean abgeschnitten und verknotet.) und dem Hund anbieten. Wenn er in das Bein reinbeisst, ziehen, so tun, als wolle man das Spielzeug wegnehmen. Verspielte Hunde reagieren meist sehr schnell darauf. Der Hund soll das Spiel "gewinnen". Er darf die "Beute" behalten. Dieses Spiel täglich wiederholen.Zur Bahn mitnehmen.
Mit diesem etwa 4cm breiten Lederhalsband mit Metallverschluss läuft Enya. Die Hundemarke wird allerdings für den Bahnbesuch abmontiert.Kein Frühstück für den Hund!
Enya hat den Bogen raus und jagt das künstliche Hasi mit grosser Leidenschaft.Bequeme Kleidung anziehen.
Die Rennbahn ist kein Catwalk. Wichtig ist, dass man sich bewegen kann und sicheren Stand hat.Mit Mass und Ziel.
Auch wenn es dem Hund Spass macht und so locker wirkt - Hetzen ist Hochleistungssport für den Hund! Da ein instinktsicherer Windhund hetzt, so lange er ein Hetzobjekt vor der Nase hat, muss der Mensch regulierend eingreifen, wenn ihm am Wohl seines Hundes liegt.
Die FCI fordert leider für Rennen (Bahn) drei Läufe an einem Tag. Zwar sind Mindestpausen vorgeschrieben, doch ich habe schon erlebt, dass die Pausen wg. zu geringer Teilnehmerzahlen oder auch schon mal "wetterbedingt" verkürzt wurden. Ein gut trainierter und vorbereiteter junger Hund steckt eine einmalige Belastung dieser Art weg (vor allem, wenn er auch nach dem Rennen entsprechend betreut wird), aber zumindest bei Trainings hat man die Möglichkeit, die Einheiten zu reduzieren.
Beim Greyhound erlaubt die FCI, den zweiten Lauf fakultativ (also nicht verpflichtend) zu laufen. Wir wünschen uns beim Irish eine ähnliche Möglichkeit.
Die Erfahrung zeigt weiters, dass Laufen auf Sand wesentlich anstrengender ist und die Distanzen/Zahl der Läufe entsprechend reduziert werden sollte. Aus der Renngreyszene weiss man inzwischen, dass die Verletzungsgefahr beim zweiten Lauf signifikant höher ist. Über die Gefahr beim dritten Lauf gibt es keine Zahlen, da man dem schnellsten Hund der Welt ja nur zwei Läufe zumuten will. Die Föderation hat entsprechend reagiert. Innerhalb der Föderation (Greyhounds, fallweise auch Whippets) läuft man nur einmal am Tag. Oft sind die Vorläufe am Samstag, die Finalläufe am Sonntag.
Vom richtigen Alter.
Die FCI setzt für den Erwerb der Rennlizenz ein Mindestalter von vollendetem 18. Lebensmonat voraus. Da die FCI aber nur in zwei Gruppen einteilt (Whippet und Windspiel ab vollendetem 15. Lebensmonat und dann der Rest mit vollendetem 18. Monat) und der Irish Wolfhound der grösste unter den Windhunden ist, ist diese Vorgabe für den Irish also eher als unterstes Limit zu betrachten. Vorallem wenn man den Trend zum grossen und schweren, fast im Molosser-Typ stehenden Irish Wolfhound in den letzten Jahren berücksichtigt.
Besonders belastend für die Gelenke sind die Kurven. (Das weiss man übrigens auch längst aus dem Agility-Sport, Extrembeispiel Slalom.) Das System des Bahnsports lernt der Windhund auch dann, wenn er nur Geraden läuft. Hat er das mal kapiert und verinnerlicht, ist auch die Kurve kein Problem mehr oder der Lauf mit Begleithunden.
Wer in den ersten Wochen und Monaten des Trainings geduldig ist, wird lange Spass haben und die Gesundheit des Irish Wolfhounds fördern. Wer übertreibt und den Hund zu früh zu stark belastet, um möglichst rasch Erfolge einzusammeln, gefährdet die langfristige Gesundheit und Beweglichkeit des Hundes.
Windhundsport in Deutschland aus tierärztlicher Sicht